
Der Anstieg der Öl- und Gaspreise fällt laut dem DIW deutlich geringer aus als nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Doch Autofahrer spüren den Iran-Krieg längst an der Tankstelle. Wie sehr er die deutsche Konjunktur belastet, bewerten Ökonomen unterschiedlich. Vor allem ein Punkt macht ihnen Sorgen.
Rasanter Anstieg der Ölpreise, gestörter Luftverkehr, faktische Blockade der Straße von Hormus: Der Iran-Krieg hat längst Folgen für die Wirtschaft. Doch wie stark trifft er die ohnehin angeschlagene Konjunktur in Deutschland? Und kann er den erhofften, mit riesigen Staatsausgaben für Rüstung und Infrastruktur gestützten Aufschwung zunichtemachen? Hier gehen die Einschätzungen von Ökonomen
Recht zuversichtlich ist das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Ihm zufolge dürfte der Iran-Krieg die Erholung der deutschen Wirtschaft nur leicht belasten. Unter der Annahme, dass der stärkste Energiepreisschub bereits vorbei ist und die Öl- und Gaspreise im zweiten Quartal abebben, dürften sie das Wachstum lediglich um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte dämpfen.
"Insgesamt wird die Erholung der deutschen Wirtschaft damit zwar gebremst, aber nicht gestoppt", schreibt das DIW. Das wahrscheinliche Szenario sei, dass die Energiepreise nicht dauerhaft steigen, sagte Präsident Marcel Fratzscher. 2026 werde die deutsche Wirtschaft trotzdem um 1,0 Prozent zulegen und 2027 um 1,4 Prozent.
Die Erholung der deutschen Wirtschaft dürfte sich festigen, meint Geraldine Dany-Knedlik, die die Konjunkturprognosen beim DIW verantwortet. Die Schwachstellen blieben aber der Außenhandel und die exportstarke Industrie, wo teures Öl Branchen wie Chemie, Transport und Maschinenbau belaste.
Insgesamt falle der Anstieg der Öl- und Gaspreise aber deutlich geringer aus als während der Energiekrise 2022 und 2023 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, erklärt das DIW. "Deutschland ist heute weniger von fossiler Energie aus der Golfregion abhängig als damals von Gas und Öl aus Russlan

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